Mariä Heimsuchung

Hauptstraße

67471 Elmstein

Um 1700 gab Kurfürst Johann Wilhelm den Jesuiten die Möglichkeit, Gottesdienste in der Pfalz abzuhalten, da nicht genügend Pfarrer vorhanden waren. Sie hörten Beichten, vollzogen Eheschließungen und Taufen und erteilten die Sterbesakramente. Ebenso hielten sie in den Orten Missionen, um die wenigen Katholiken zu sammeln, aufzurichten und zu stärken. In Neustadt bauten sie sich ihr Kloster, das 1773 aufgehoben wurde und heute als Stadthaus dient.

Am 11. März 1763 erteilte das Vikariat in Speyer Jakob Geisweiler die Erlaubnis in Elmstein zu wirken und so konnte am 15. März 1763 der erste Gottesdienst im kurfürstlichen Jägerhaus gefeiert werden. Die rund 57 Katholiken waren dankbar, entfiel doch für sie der beschwerliche Weg zum Gottesdienstbesuch in Weidenthal. Auch die Jugend war begeistert und so konnte Geisweiler in nur neun  Monaten die Katholikenzahl auf 200 steigern. In seinem Bestreben wurde Geisweiler von seinem Bruder Ludwig Angelus Geisweiler unterstützt, der Regierungsrat und Landschreiber beim Oberamt in Neustadt war. Durch Sammeln von Spenden und Gesuchen um Unterstützung beim Hochwürdigsten Kardinal und Bischof Franz Christoph von Hutten, war es ihm möglich nach nur einem Jahr mit dem Bau der Kirche zu beginnen. Am 6. Mai 1765 wurde der Grundstein gelegt. Schultheiß Haag bat daraufhin den Kurfürsten, dass ein Pfarrer eingesetzt werden solle, da Pater Geisweiler schon im hohen Alter stehe. Zum Unterhalt des Seelsorgers wollte Haag 100 Gulden, 15 Malter Korn, 10 Malter Speltz und 1 Fuder Wein haben – dieses Gesuch wurde abgelehnt. Pater Jakob Geisweiler starb im Jahre 1767. Daraufhin kamen immer wieder neue Jesuitenpater nach Elmstein, der Bau machte aber keinerlei Fortschritte.

Da wurde Johann Bernhard Rothuth, gebürtiger Germersheimer und in Nierstein lebend, auf diese Notlage aufmerksam und erbat am 22. Oktober 1768 die Genehmigung beim Kurfürst Karl Theodor einer vorläufigen Stiftung: „Er und seine Gattin wollen zur Beförderung der Ehre Gottes in dem kurpfälzischen Ort Elmstein, Oberamt Neustadt, zum Seelenheil der in dortiger Wildnis wohnenden, treuesten katholischen Untertanen, einen ewigen katholischen Gottesdienst stiften“. Die anfallenden Kosten zahlte er in Wertpapieren und Gulden an die Stiftschaffnerei in Oppenheim. Johann Bernhard Rothuth starb am 1. Juli 1772.

Das Testament, dem die Gründung der Pfarrei im Jahre 1781 zugrunde liegt, unterzeichneten die Eheleute am 22. Januar 1772. Im Jahre 1775 ergänzte Eva Apollonia Rothuth dieses Testament und stockte die Zahlungen nochmals auf, damit ein Schulmeister eingestellt werden konnte, der die Jugend in der christlichen Lehre, Rechnen, Schreiben und in das Choralsingen einwies. Am 17. Mai 1778 starb Eva Apollonia Rothuth. Durch ihr Vermächtnis konnte daraufhin ein zweiter Geistlicher eingestellt werden, der ihr Anliegen ausführte.