Donnerstag, 04. Juni 2026

Auf Gottes Herzschlag hören

Gläubige feiern Fronleichnam in Lindenberg

Am Hochfest Fronleichnam, das in der katholischen Kirche 60 Tage nach Ostern gefeiert wird, versammelten sich die Gläubigen der Pfarrei Heiliger Johannes XXIII. zu einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Maria Immaculata in Lindenberg.

Fronleichnam – das Fest des Leibes und Blutes Christi – erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und ist Ausdruck der besonderen Verehrung der Eucharistie. Den festlichen Gottesdienst zelebrierten Pfarrer Christoph Herr, Pfarrer i.R. Manfred Alt und Kaplan Praveen Isukupalli. Mitwirkender war zudem Gemeindereferent Michael Kolar.

Mit einem feierlichen Einzug begann die Eucharistiefeier. In seiner Begrüßung hieß Pfarrer Christoph Herr die Gläubigen herzlich willkommen und betonte die besondere Bedeutung des Fronleichnamsfestes: „Es freut mich von Herzen, dass wir heute in dieser großen Runde gemeinsam das vielleicht katholischste aller Feste feiern dürfen.“ Fronleichnam verweise auf die Gegenwart Christi mitten unter den Menschen. „Christus ist nicht fern. Er ist mitten unter uns. Wir dürfen ihm nah sein, wir dürfen ihn empfangen und ihn anbeten“, sagte Herr. Zugleich bezeichnete er den Leib des Herrn als Quelle der Hoffnung und als festen Grund des Vertrauens für die Gläubigen. Mit diesen Gedanken lud er die Gemeinde ein, ihre Herzen auf die Feier der Eucharistie vorzubereiten und Christus in ihrer Mitte zu begrüßen.

In seiner Predigt griff Pfarrer Christoph Herr ein Zitat aus Goethes „Faust“ auf: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Anhand dieser Worte zeigte er auf, dass viele Menschen zwischen Glauben und Zweifel stehen. Auch heute falle es nicht immer leicht, an die Gegenwart Christi zu glauben, da dieser in der Eucharistie verborgen bleibe.

Pfarrer Herr erinnerte an die zahlreichen sogenannten eucharistischen Wunder, die sich im Laufe der Jahrhunderte ereignet haben sollen. Diese seien für viele Gläubige ein Zeichen der Bestärkung im Glauben. Im Mittelpunkt seiner Predigt stand jedoch weniger das Wunder selbst als vielmehr dessen Botschaft: Die Eucharistie sei Ausdruck der Liebe Gottes zu den Menschen.

Besonders eindrucksvoll verglich er die Kommunion mit dem Herzen Gottes. Wie das menschliche Herz für Liebe, Leidenschaft und Hingabe stehe, so schlage auch Gottes Herz für die Menschen. In der Eucharistie komme diese Nähe und Zuwendung Gottes auf besondere Weise zum Ausdruck.

Abschließend ermutigte Pfarrer Herr die Gläubigen, sich auch mit ihren Zweifeln für die Gegenwart Christi zu öffnen. Wer bereit sei, auf Gottes „Herzschlag“ zu hören, könne seine Gegenwart und Nähe erfahren. Dieses Herz Gottes werde an Fronleichnam in der Monstranz durch die Straßen getragen, damit möglichst viele Menschen seine Botschaft der Liebe und Hoffnung vernehmen können.

Im Anschluss an die Liturgie zogen die Gläubigen in einer feierlichen Prozession durch die Hauptstraße zum Rosenrondell. Die Strecke wurde gesichert durch die Freiwillige Feuerwehr Lindenberg. Bei der Fronleichnamsprozession wurde das Allerheiligste in der Monstranz mitgetragen, begleitet von Gebeten und dem Segen für die Gemeinde. Auf dem Weg wurden insgesamt drei Altäre angesteuert: Der erste Altar befand am Rosenrondell. Er wurde gestaltet von Yvonne Faß. Der zweite Altar befand sich im angrenzenden Park und wurde von der Kita St. Cyriakus aufgebaut und geschmückt. Der dritte Altar war am Dorfgemeinschaftshaus aufgebaut und wurde gestaltet von Familie Weitzel und Ulrike Fuchs. An jedem Altar wurde der sakramentale Segen gespendet.

Für den musikalischen Rahmen sorgten der katholische Kirchenchor Esthal unter der Leitung von Gudrun Jerges sowie Mitglieder des Prot. Posaunenchors "Soli Deo Gloria", Appenthal sowie Patrik Seber an der Kirchenorgel.

Nach dem geistlichen Teil waren alle Besucherinnen und Besucher zu einem geselligen Beisammensein bei Speis und Trank in das Dorfgemeinschaftshaus Lindenberg eingeladen.

 

von Harald König