Sonntag, 11. Oktober 2026
Kath. Pfarrei Lambrecht: Mit Kinderhänden und Chorgesang Erntedank¬ gefeiert
Das Gewusel war augenfällig: Auf der Empore probten Sängerinnen und Sänger, in den Bänken hörte man laut Kinderstimmen, unterbrochen von Pssst-Lauten der Eltern, und im Altarraum richteten die Sakristanin und der Messdiener alles für die Hl. Messe her. Vor dem Volksaltar in der Herz-Jesu-Kirche zu Lambrecht hatte Hans Denig ein mit viel Liebe gestaltetes Erntegaben-Arrangement aufgebaut. So vielfältig die Pfarrei ist, so vielfältig war auch der Sonntagsgottesdienst am Morgen dieses 11. Oktobers 2026.
Wer schon früh da war, bekam ab 9 Uhr einen Begrüßungskaffee zum Ankommen im Pfarrhaus. Einige Pfarreimitglieder nutzen die Gelegenheit für eine herzliche Begegnung bei einer Tasse und Gebäck. Kaplan Praveen Isukupalli begrüßte kurz die Anwesenden, bevor er sich zum Beichthören in die Pfarrkirche zurückzog. Das Angebot der Versöhnung wurde auch an diesem Morgen von einigen genutzt. Pfarrer Christoph Herr dagegen stand mit Dorothea Müller in der Küche und kochte noch einmal Kaffee nach, den der Kirchenchor St. Konrad aus Esthal war mit dem Einsingen fertig geworden und nutze nun ebenfalls die Gelegenheit der Begegnung im Pfarrsaal.
Um 10 Uhr begann dann der Gottesdienst. Das Sakristeiglöckchen ertönte und setzte eine Reihe von uralten Ritualen in Gang. Der Kirchenchor sang unter der Leitung von Gudrun Jerges die „Messe brevé“ von Léo Delibes (+1891) – eine wohlgefällige lateinische Messvertonung aus der Zeit der Romantik. An der Orgel spielte Dr. Rolf Förster.
Pfarrer Herr begrüßte die Anwesenden. Heute, so sagte er, feiere die Pfarrei nicht nur Erntedank, sondern auch Patrozinium, denn der 11. Oktober ist der Gedenktag des heiligen Papstes Johannes XXIII. (+1963), den sich die Katholiken im Tal vor über zehn Jahren zum Schutzpatron und Namensgeber gewählt hatten. „Heute danken und bitten wir in doppelter Weise: Wir danken für die Ernte dieses Jahres und die guten Früchte unserer Pfarreiarbeit, gleichzeitig bitten wir für das kommende Jahr, dass unser Engagement für Christus genauso reichte Frucht tragen möge wie unsere Felder.“
Die Kinder des katholischen Kindergartens St. Lambertus Lambrecht führten unter der Leitung von Jesika Laukus die Gottesdienstgemeinde durch ein Wechselspiel zwischen dem Legen von Symbolen und dem Singen eines kleinen Liedes in den Erntedanktag ein.
Die Predigt hielt Kaplan Praveen. Er verband das Tagesevangelium (Mt 22, 1–14) mit dem Erntedankfest und betonte, dass Gott uns immer wieder einlade zu seinem Hochzeitsmahl der Liebe – auf Erden in der Hl. Messe und dann einst im Himmelreich. Er griff dabei ein Bild des Evangeliums auf, wonach es wichtig sei, richtig gekleidet zu diesem Festtag zu erscheinen und deutete die Festtagsgewänder als die richtige innere und äußere Haltung eines Christen. Dazu gehöre, so der Geistliche, gerade auch die Dankbarkeit.
Immer wieder wurden im Gottesdienst die Kindergartenkinder einbezogen und unterstützen spontan und selbstbewusst die beiden Geistlichen in ihrem Dienst: Sie brachten den goldenen Kelch, Hostien und Wein; sie segneten die Erntegaben mit Weihwasser und verteilten kleine Andachtsbildchen mit dem Porträt Papst Johannes XXIII.
Der feierliche Abschluss des Gottesdienstes war der sakramentale Segen, den der Priester mit der geweihten Hostie in der Monstranz über die Gemeinde spendete. Auf dem Heimweg unterstützen die Gottesdienstbesucher die Arbeit des Kindergartens, indem sie selbstgebackene Muffins der Elternschaft kauften.
Text: Pfarrbüro | Fotos: Dorothea Müller

